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Dem gefühl folgen...

vor 3 Stunden
3 Min. Lesezeit

In letzter Zeit begegnen mir in der Arbeitswelt immer wieder Situationen, die mich dazu bringen, über meinen eigenen Weg nachzudenken.


Als Fotograf und Künstler werde ich häufig gefragt:


Wie macht man das eigentlich?

Wie wird daraus ein Beruf?

Kann man davon wirklich leben?


Dies schnell beantwortet:


Einfach machen!

Das bestimmt das Aussen!

Ihr seit wirtschaftlich sicherlich erfolgreicher!


Für mich steckt dahinter aber eine viel größere Frage:

Sind wir uns eigentlich bewusst, welches Potenzial in uns steckt?


Wir wachsen in Systemen auf. Schule, Ausbildung, Beruf. Schon früh lernen wir, was angeblich realistisch ist, worin wir gut sind und welchen Weg wir einschlagen sollten. Auf Grund von Prägung, dem Wunsch sozial anerkannt zu werden, Ängsten oder anderen sozialen und lukrativen Gründen.



Ich war kein besonders guter Schüler. Selbst in Kunst hatte ich schlechte Noten. Als Kind wollte ich Kampfjetpilot werden. Eine Lehrerin erklärte mir irgendwann, dass ich diesen Traum aufgrund meiner Deutschnoten besser vergessen sollte. Dafür war ich in Computer Games in denen es ums fliegen ging meinen Freunden meist weit voraus und durch meinen Opa mit dem ich an Motorrad und Auto geschraubt habe, der als junger Bursche noch den 2. Weltkrieg miterlebte sehr durch ihn geprägt und mein Interesse galt allem was ein Motor hat, geräusche macht und irgendwie schnell ist.


Gleichzeitig sah ich anders aus als die meisten Kinder in meinem Umfeld, durch meinen Vater der aus Peru kam, war der Begriff Mandel, Bananen LKW Fahrer, Brauner oder Bowlingkugel ein Name für mich, Alexander kam auch manchmal vor. In einer Bubble, in der ich nicht der Norm entsprach, wurde ich teilweise auch anders behandelt, ich nehme das den Lehrern, Menschen oder auch Ausbildern nicht übel, wir sind Menschen.

Vielleicht wurde ich gerade deshalb früh zum Beobachter, da ich mich nie dazugehörig gefühlt habe.


Warum verhalten sich Menschen so, wie sie sich verhalten? Warum passen wir uns an? Warum wollen wir dazugehören? Und warum übernehmen wir Dinge finden sie schön, ohne sie selbst zu hinterfragen?


An einen Moment erinnere ich mich bis heute. Es waren die Sommerferien zwischen der vierten und fünften Klasse. Plötzlich begannen einige meiner Freunde und Klassenkameraden zu rauchen.

Die Erklärung war erstaunlich einfach für sie:

„Die Großen machen das auch.“

Sie wollten dazugehören.

Ich weiß noch, wie irritiert ich davon war. Wie kann sich etwas von heute auf morgen verändern, nur weil eine Gruppe entscheidet, dass es jetzt dazugehört?

Ich selbst liebte als Kind Feuer. Lagerfeuer, zündeln, Dinge ausprobieren. Aber Zigarettenrauch fand ich schrecklich vielleicht auch, weil mein Vater und mein Großvater rauchten.

Also machte ich nicht mit.

Vielleicht wurde damals ein kleiner Grundstein für etwas gelegt, das mich bis heute begleitet: Dinge zu beobachten, zu hinterfragen und am Ende meinem eigenen Gefühl dafür zu folgen, was für mich richtig oder falsch ist.

Und genau das hat später auch meine Arbeit geprägt.


Ich glaube, dass viele Menschen wesentlich mehr könnten, als sie sich selbst zutrauen. Aber aus einer vertrauten Bubble herauszutreten, bedeutet Unsicherheit. Und Unsicherheit ist unbequem. Gegen den Strom zu gehen in einer Bubble ist verdammt schwer, viele haben es bei Corona erlebt.

Natürlich tragen wir Verantwortung. Für Menschen, die von uns abhängig sind. Für Verpflichtungen, die wir eingegangen sind. Und vor allem dafür, unser Bestes zu geben, wenn wir uns bewusst für eine Sache entschieden haben.


Aber wir sollten aufpassen, dass aus Verantwortung nicht irgendwann eine Begründung dafür wird, das eigene Leben nicht mehr zu hinterfragen, das meistens viel kürzer ist als man es sich vorgenommen hat und am ende auch der Bausparvertrag nicht aufgeht.


Mein persönlicher Antrieb war nie nur, Bilder zu produzieren oder einen Beruf auszuüben.

Ich möchte etwas bewegen in meiner kleinen Bubble.

Menschen inspirieren. Andere Perspektiven zeigen. Fragen stellen. Manchmal auch Sichtweisen vertreten, die unbequem sind.

Und wenn das bedeutet, dass nicht jeder damit einverstanden ist, gehört auch das dazu.

Denn tief in mir gibt es diese Stimme, die neugierig geblieben ist, gerne mehr wissen möchte und oft vieles nicht versteht.

Eine Stimme, die verstehen möchte, wie Dinge aus verschiedenenen Sichtweisen zu einer Realität werden und eine Stimme die verstanden hat, dass die Absolute Realität meist nur ein Vorwand ist um Energie in eine gewünschte Richtung zu leiten.


Vielleicht beginnt persönliches Potenzial genau dort, wo man aufhört, nur den Weg zu gehen, den andere für einen vorgesehen haben.


May all beeings be happy

Alexander Palacios

 
 
 

1 Kommentar


Martin Eugster
Martin Eugster
vor einer Stunde

Was du aufgeschrieben hast, kann ich sehr gut nachvollziehen. Vieles habe ich in meinem Leben genau so erlebt, obwohl ich als "Bünzlischwizer" 😂 aufgewachsen bin. Mittlerweile in die Jahre gekommen, mache ich Dinge, die, würde ich auf mein Umfeld hören, ich mich nie trauen würde. Bücher schreiben, zum Beispiel. Obwohl meine Diktate damals, mehr rot waren durch den Korrekturstift.

Übrigens, musste schmunzel, beim Rauchen ging es mir genau wie dir.

Mach weiter so und deine Fotokunst bewundere ich immer wieder.

All the best, Martin

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Alexander Palacios ist ein talentierter Fotograf und Künstler, der in der Schweiz lebt. Seine Arbeit zeichnet sich durch eine einzigartige Ästhetik und eine tiefe Leidenschaft für die Schönheit der Welt aus. Mit seiner Kamera fängt er Momente ein, die die Essenz des Lebens einfangen, und seine Kunstwerke sind eine Hommage an die Schönheit der Natur und der menschlichen Erfahrung.

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